Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
ligeii, wie Fison, Howitt und Buckley ausdrücklich von den
Weibern der Australier auf Grund eigener Beobachtungen be-
zeugen; aufserdem brauche ich nur an die bei uns jedem Kinde
bekannten Heldenthaten der Frauen der Kimbern und Teutonen
zu erinnern. Ferner: Schellong fand sogar die Frauen bei den
Papuas im deutschen Schutzgebiete von Neu-Guinea stärker ge-
baut als die Männer. Zu Hearne sagte ein nordamerikanischer
Indianer-Häuptling: „Die Weiber sind zur Arbeit geschaffen; eine
von ihnen kann soviel tragen oder heben wie zwei Männer".
Nach Parkes „Experiences in Equatorial Africa" können die
Weiber der Manyuema am Arruwimi ebenso schwere Lasten wie die
Männer tragen. Und von australischen Stämmen wird erzählt, dafs,
wenn ein Stamm auf der Wanderung begriffen ist, er sich durch eine
„Kleinigkeit" wie die Geburt eines Kindes keineswegs in seinem
Marsche aufhalten läfst: „das Neugeborene wird in Felle gehüllt,
die Horde setzt sich wieder in Bewegung, und die Mutter trabt
mit". Was die den Frauen bei wilden Stämmen obliegenden Ver-
richtungen betrifft, so beweisen dieselben doch ebenfalls zunächst
einmal gerade, dafs die Frauen keineswegs eine Quelle der
Schwäche für den Stamm sind; und anderseits sprechen sie durch-
aus nicht dafür, dafs die Frauen hier in sklavischer Unterwürfig-
keit leben. Es findet einfach eine sexuelle Arbeitsteilung statt,
bei welcher die Frauen alle Arbeiten übernehmen, zu denen sie
ihre zu anhaltender, aber mehr passiver Energie - Entfaltung ge-
eigneten Kräfte befähigen, während den Männern die kurze, aber
intensive Muskelanstrengungen erfordernden Kraft-Bethätigungen
zufallen. So sind die Frauen auf Grund solcher ganz natürlichen
Arbeitsteilung bei primitiven Völkern überall die Industriellen
im weitesten Umfange, wie dies sehr klar und treffend Otis
T. Mason, Kurator der ethnologischen Abteilung des „United
States National Museum", am Beispiel der Indianer-Stämme Nord-
amerikas im „American Antiquarian" vom Januar 1889 dar-
legt, wohingegen die Männer vorzugsweise Krieger und Jäger
sind. Nach Boas' Schilderung in seiner Arbeit „The Central
Eskimo"*) findet bei diesen eine ganz genaue und detaillierte
Teilung der Arbeit unter die beiden Geschlechter in der Art
statt, dafs die Hauptaufgabe des Mannes darin besteht, seine
Familie, d. h. seine Frau und Kinder und diejenigen seiner Ver-
*) Man vergleiche: Boas, „The Central Eskimo' im „Annual Report-
Bureau of Ethnology' 1884/85.