Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
einem Vater. Denken wir wieder an den Abraham der Genesis.
Dessen Sohn Isaak heiratet die Rebekka und bleibt mit dieser in
der Hausgenossenschaft seines Vaters. Nach Abrahams Tode tritt
Isaak an dessen Stelle als Oberhaupt der Familie und Hausge-
nossenschaft; von seinen beiden Söhnen trennt sich Es au von
derselben, Jakob aber bleibt bei seinem Vater und beerbt ihn.
Seine Söhne leben dann alle, und ihrer waren bekanntlich zwölf,
in der väterlichen Hausgenossenschaft mit ihren Familien. Hier
haben wir also eine patriarchalische Hausgenossenschaft vor uns,
die lebhaft an die alte kommunistische Ordnung erinnert. Was
nun die ehelichen Verhältnisse in der patriarchalischen Familie
betrifft, so können wir diese auch am Leitfaden und an der Hand
der Bibel am besten studieren. Die Paarungsehe ist überwundener
Standpunkt, indem nicht mehr nur längere Zeit andauernde Paarung,
sondern beständige stattfindet; aber die Monogamie ist doch noch
nicht ganz rein in die Erscheinung getreten. Etwas von den
früheren Zuständen hat sich, freilich in der einseitigsten Weise,
nämlich als Vielweiberei erhalten: so hat Jakob zwei recht-
mäfsige Frauen, Lea und Rahel. Dazu ist die Kebsweiberei ge-
kommen; Abraham hat neben Sarah die Hagar, später noch,
allerdings nach Sarahs Tode, die Ketura, vermutlich auch noch
andere: denn in Vers 6 des 25. Kapitels der Genesis ist ausdrück-
lich die Rede von seinen Kebsweibern, indem berichtet wird,
dafs er den Kindern, die er von ihnen hatte, Geschenke gab,
während sein Gut sein rechtmäfsiger Sohn Isaak erbte. Und es
waren doch Hagar und Ismael längst vertrieben worden. Sei dem
aber wie ihm wolle, jedenfalls erscheint die Vielweiberei in zwei
Formen, als rechtmäfsige und als Kebsweiberei, mit der patriarcha-
lischen Familie aufs engste verbunden; und wir müssen sogar sagen,
dafs die letztere, die Kebsweiberei, auch später noch in der streng
durchgeführten monogamischen Familie, z. B. bei den Griechen
und ebenso bei den Germanen, vorkommt. Aufserdem findet sich
hier dann der Hetärismus, der Geschlechtsverkehr mit Frauen, die
gar nicht mehr in der Familie des betreffenden Mannes leben.
Darin wie ferner besonders in den mannigfachen saturnalischen
Gebräuchen, die bei den verschiedensten Völkern des Altertums
üblich waren und eine zeitweilig sehr weitgehende Freiheit des
Geschlechtsverkehrs gestatteten, sind Reminiscenzen aus der Vor-
zeit zu erblicken, in der die Alonogamie noch nicht bestand. Die
Verachtung jedoch, welche Kebsweibern und namentlich Hetären
zuteil ward, läfst anderseits erkennen, welch ungeheurer Wandel