Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 21. Die sozialen Lebenskreise in ihrer Entstehung u. Entwickelung. I53
rekrutierten. Früher waren solche wohl in den Stammesverband
aufgenommen worden, da auf jenen primitiven Stufen noch kein
Bedürfnis nach Sklavenarbeit vorhanden war. So löste sich die
alte kommunistische Eigentumsordnung auf, und
damit fiel auch zugleich das Mutterrecht, indem in der monogamen
Familie Mutter und Kinder das Eigentum des Vaters wurden. Mit
anderen Worten: an die Stelle des Mutterrechtes trat das
Vaterrecht, weil der Vater den ganz sein Sondereigentum ge-
wordenen ehemaligen Anteil am Gesamtbesitz naturgemäfs auf
seine Kinder vererben wollte, statt dafs er, wie das nach dem
ehemals giltigen Rechte hätte geschehen müssen, an seine mütter-
lichen Verwandten, seine Schwestern und deren Kinder und seine
Brüder, zurückfiel, während seine Kinder von seiner Seite her
leer ausgingen und nur von ihrer Mutter und ihren Onkels, den
Brüdern ihrer Mutter, erbten. Diesen Entwickelungsgang, den
ich hier nur in grofsen Zügen skizzierte, werde ich später noch
in seinen einzelnen Etappen verfolgen und mehr auseinanderlegen,
als das soeben geschehen ist, wodurch die ganze Sache noch klarer
werden wird.
Dafs die Entwickelung überall sich in ganz derselben Weise
vollzogen hat, soll natürlich nicht behauptet werden; aber im
grofsen und ganzen können wir den besprochenen Gang der
Dinge als den normalen und gewöhnlichen betrachten. Im be-
sonderen möchte ich hier noch, um das Ende desselben zu
illustrieren, an den Abraham der Genesis erinnern. Der-
selbe scheint mir ursprünglich ein solcher Hausgenossenschafts-
Vorsteher, von denen ich sprach, gewesen zu sein; aus wieviel
Familien die Hausgenossenschaft, deren Oberhaupt er war, be-
stand, geht aus dem biblischen Bericht nicht hervor. Dagegen
ersehen wir daraus, dafs einer der Familienväter, die unter ihm
standen, Lot, den Schritt, den ich zuvor erwähnte, that und sich
emanzipierte. Die Bibel stellt zwar die Dinge so dar, als sei
der Wunsch zur Trennung von Abraham ausgegangen; aber das
ändert an der Sache nichts. Dieser Wunsch mag wirklich von
Abraham zuerst offen ausgesprochen worden sein, weil ihm schliefs-
lich die versteckten Chikanen Lots und die ofienen seiner Unter-
gebenen zu viel geworden waren und er wohl erriet, worauf das
alles hinauslief. Vielleicht auch begegneten Lots Wünsche seinen
eigenen; er hatte sich ja sehr wahrscheinlich schon längst unab-
hängig gemacht und von dem gröfseren Wirtschaftsverbande los-
gelöst. Nun war es ihm bei seiner so oft betonten und gerühmten
Bergemann, Soziale Pädagogik. 11