Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
Haben doch diese Ursachen im Tierreiche ebenfalls schon zur
Hordenbildung geführt, auch bei den höchst entwickelten, den
Säugetieren, was Espinas in seiner Arbeit ,Des sociétés ani-
males" in klarster und überzeugendster Weise dargelegt hat, ganz
abgesehen von anderen wie z. B. bei Ameisen und bei Bienen
vorhandenen Sozial-Verbänden, die zur Vergleichung heranzuziehen
der weite Abstand zwischen diesen Organismen und dem Menschen,
als auf der obersten Stufe der Säugetierreihe stehendem Wesen,
kaum angänglich erscheinen läfst. Allerdings finden wir gerade,
wenn wir Jägerberichten trauen dürfen, auf welche sich Wester-
marck in seiner „History of human marriage" beruft, bei
den riienschenähnlichen Alfen, beim Gorilla und Schimpanse, als
höchste Geselligkeitsform die Einzelpaarung. Aber das kann uns
bei unserer Annahme der Hordenbildung seitens des Urmenschen
nicht beirren; denn es ist ganz zweifellos, dafs aus solchen Ver-
hältnissen wie denen, in welchen diese menschenähnlichen Affen
leben, der Übergang zur Menschheit unmöglich gewesen wäre:
dieser Übergang konnte nicht bei einer Isolierung eintreten, die
zwar über das Individuum hinaus, aber nur zur Einzelfamilie
führte, es mülste sonst doch bei diesen, dem Menschen so nahe
stehenden Tieren der Übergang auch jetzt noch manchmal erfolgen.
Die Ansicht scheint mir vielmehr das Richtige zu treffen, dafs
diese Affen Seitenlinien repräsentieren, die zudem dem Aussterben
entgegengehen und im Niedergange begriffen sind. Die Affenart,
welche den Schritt zur Menschheit hinüberthat, ist jedenfalls als
Affenart gänzlich verschwunden und eben vollständig in der neuen,
der Überart Mensch aufgegangen. Wir müssen annehmen, dafs
in dieser Affenart der soziale, der Geselligkeitstrieb besonders
stark entwickelt war, so stark, dafs er die Eifersucht des
Männchens, welche das Band der Einzel-Familie und ihre Schranke
bildet und ein Hindernis für die Hordenbildung ist, wie wir dies
im Tierreiche beobachten können, wo sie nur zu oft dieselbe un-
möglich macht oder entstandene Horden lockert und namentlich
zur Brunstzeit wieder ganz auflöst, überwog. Ferner müssen wir
annehmen, dafs diese Affenart in ganz besonders hohem Grade
schutzbedürftig war; dafs ihre leibliche Beschaffenheit aufser-
ordentlich energisch zur Bildung von gröfseren Schutz- und Trutz-
bündnissen hindrängte, indem sie weit wehr- und waffenloser war,
als die uns bekannten menschenähnlichen Affen, zarter und
schwächer. Diese Annahme erscheint sehr naheliegend, wenn wir
bedenken, dafs die Hirnentwickelung dieser Affenart sehr viel