Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
halten werden, wenn man im „Esprit des lois" liest, dafs er
von dem Wunsche der Menschen, in Gesellschaft zu leben, von der
Gründung der Gesellschaft, von der ursprünglichen Gleichheit aller,
welche mit der Vergesellschaftung aufhört, u. dergl. m. spricht.
Gegen die Ansicht im besonderen, dafs der Urzustand des
Menschengeschlechtes infolge Fehlens von festem Besitz ein voll-
kommen glückvoller gewesen sein müsse, wandte sich Adam
Smith, indem er darauf hinweist, dafs Leute ohne Eigentum
sehr wohl einander an ihrer Person oder ihrer Ehre kränken
können; dafs Neid, Bosheit und Rachsucht auch unter solchen zu
finden sind. Allerdings meint er, dafs diese Leidenschaften sich
erst dann energisch geltend machen, wenn ihre Befriedigung
materiellen Vorteil, Besitzzuwachs verspricht, während andernfalls
sich die meisten durch Klugheitsrücksichten davon zurückhalten
lassen. Mit Hobbes und Locke stimmt aber Smith darin überein,
dafs der Staat nur zum Schutze der Interessen des Eigentums
geschaffen worden sei, und mit allen individualistischen Sozial-
theoretikern läfst er denselben auf einem Vertragsverhältnisse
beruhen. Die Gesellschaft bildet sich, und Staat und Obrigkeit
entstehen, wenn die Menschen anfangen wirkliches Eigentum zu
besitzen, Eigentum, das den Wert zwei- oder dreitägiger Arbeit
übersteigt: das sei der Fall, wenn die Menschen aufhören, ihren
Unterhalt als Jäger zu erwerben und Viehzüchter werden, indem
dann die kleineren Herdenbesitzer sich vereinigen, um das Eigen-
tum eines Reicheren zu schützen, damit dieser wieder sie in dem
Besitze des ihrigen und gleichzeitig ihrer patriarchalischen Macht
beschütze. „Alle die kleineren Herdenbesitzer", heifst es einmal
in Smiths Hauptwerk, der „Inquiry into the nature and
causes of the wealth of nations', „fühlen, dafs die Sicherheit
ihrer eigenen Herden von der des grofsen Besitzers, die Erhal-
tung ihrer geringeren Macht von einer gröfseren und seine Macht,
ihre Untergebenen in Subordination zu halten, von ihrer eigenen
Subordination abhängt. Sie bilden eine Art Kleinadel, der ein
Interesse dabei findet, das Eigentum und die Macht seines kleinen
Fürsten zu stützen, damit er ihr Eigentum und ihre Macht zu
schützen imstande ist". Solange die Menschen blofs Jäger sind,
leben sie isoliert; beim Übergang von dieser Stufe der Lebens-
haltung zur nächsten, eben der der Viehzucht, bilden sich die
patriarchalischen Hausgenossenschaften, wobei höheres Alter, bis-
weilen auch, jedoch viel seltener, die Überlegenheit persönlicher
Eigenschaften, wie Stärke, Schönheit und Behendigkeit des Körpers,