Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
Schaft dargestellt"; ,ein Wesen also, das kein anderes seines
gleichen aulser sich hat, kann auch keine Person sein. Persön-
lichkeit ist zusammenfassende Selbstheit gegen anderes, welches
sie damit von sich abtrennt; Absolutheit dagegen ist das Um-
fassende, Unbeschränkte, das nichts als eben nur die im Begriff
der Persönlichkeit liegende Ausschliefslichkeit von sich ausschliefst:
absolute Persönlichkeit also ist contradictio in adjecto".
Freilich sucht dem gegenüber u. a. Pfleiderer in seinem Buche
,Die Religion" den Nachweis zu führen, dafs absolute Persön-
lichkeit nicht nur nicht ein undenkbares Non-ens, sondern viel-
mehr ein denknotwendiger Begriff sei; aber wer sich die Mühe
machen will, seine Ausführungen, die sich übrigens eng an die
Lotzes im „Mikrokosmus" und Rothes in der „Theo-
logischen Ethik" anschliefsen, zu lesen*), wird finden, dals sie
an scholastisch-philosophischer Spitzfindigkeit, metaphysischer Un-
klarheit und Verschwommenheit und spekulativer Haarspalterei
nichts zu wünschen übrig lassen. Es lohnt nicht, darauf näher
einzugehen; wohl aber sei noch auf Fichtes Auslassungen in
dem bekannten Aufsatze „Über den Grund unseres Glaubens
an eine göttliche Weltregierung" hingewiesen, in welchem
die Persönlichkeit Gottes ebenfalls aufs energischste
geleugnet wird, indem es daselbst heifst: „Ihr leget Gott Per-
sönlichkeit und Bewufstsein bei; was nennt ihr denn nun Persön-
lichkeit und Bewufstsein? Doch wohl dasjenige, was ihr in euch
selber gefunden, an euch selber kennen gelernt und mit diesem
Namen bezeichnet habt? Dafs ihr aber dieses ohne Beschränkung
und Endlichkeit schlechterdings nicht denket noch denken könnt,
kann euch die geringste Aufmerksamkeit auf eure Konstruktion
dieses Begriifes lehren. Ihr machet sonach dieses Wesen durch
die Beilegung jenes Prädikates zu einem endlichen Wesen eures-
gleichen, und ihr habt nicht, wie ihr wolltet, Gott gedacht, son-
dern euch selber im Denken vervielfältigt".
Endlich müssen wir davon absehen, dem Weltträger Eigen-
schaften der Vollkommenheit beizulegen, wie man solche dem trans-
zendenten persönlichen Gotte andichtet; denn zur Annahme solcher
ist keinerlei Grund vorhanden — im Gegenteil! Die Welt der Er-
fahrung ist keine schon vollkommene Welt, sondern vielmehr eine
erst Vollkommenheit gewissen Gesetzen, nämlich den Gesetzen der
*) Man vergleiche: Pfleiderer, „Die Religion, ihr Wesen und ihre
Geschichte". I. Bd. S. 189 ff.