Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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1(32 II- Teil. Die soziologischen Grundlagen der Erziehungslehre.
psychische Thätigkeit, welche sich im Empfinden, Wahrnehmen,
Vorstellen, Fühlen und Wollen äufsert und als das Produkt des
Zusammenwirkens der schon mehrfach erwähnten drei Faktoren,
nämlich der sogenannten Materie, der physischen und der psychischen
Kräfte, zu gelten hat. Nichts anderes ist somit, kann man ganz
kurz sagen, unsere Seele als die Summe unserer inneren Er-
lebnisse, im Bewufstsein zu einer gewissen Einheit zusammen-
gefügt und sich in einer Stufenfolge von Entwickelungen endlich
zum selbstbewulsten Denken und freien sittlichen Wollen er-
hebend. In der Erklärung des Zusammenhanges der inneren Er-
lebnisse wird uns nirgends Anlass geboten, diesen aktuellen Seelen-
begrifif auf etwas, das nicht stets wiederum der nämliche Zu-
sammenhang des Vorstellens, Fühlens, Wollens selbst wäre, zurück-
zuführen. „Die Fiktion einer transzendenten Substanz, welche
diesen Inhalt unseres Seelenlebens nur als eine äussere Wirkung
hervorbringen soll, die gleich einem vergänglichen Schattenbilde
an dem uns unbekannt bleibenden Wesen unserer Seele vorüber-
ziehe", sagt Wandt in seinen vortrefflichen „Vorlesungen über
die Menschen- und Tierseele", „diese Fiktion verkennt nicht
blofs den wesentlichen Unterschied unserer inneren von der
äusseren Erfahrung, sondern sie droht auch, alles, was unserem
geistigen Sein W^ert und Bedeutung verleiht, in blofsen Schein
zu verwandeln". Alles, was in unserem Bewufstsein geschieht,
ist nun aber unmittelbares Erlebnis, und die seelischen Erlebnisse
in uns sind uns daher als das, was sie wirklich sind, gegeben.
„Jene Unterscheidung zwischen Erscheinung und Wirklichkeit,
die für die Auffassung der Aufsenwelt gefordert ist und zum Be-
griff der materiellen Substanz als eines aus den Erfahrungsthat-
sachen zu konstruierenden hypothetischen Hilfsbegriffes führt, ver-
liert so in der Anwendung auf die Selbstauffassung des denken-
den Subjektes jeden Sinn."
Wie eine besondere Seelen-Monas so ist ferner aber auch ihr
Vorbild als willkürliche und unberechtigte Hypothese abzuweisen:
ein persönlicher Gott-Schöpfer, der, mit den Eigenschaften der All-
macht, Allweisheit, Allwissenheit, Allgüte ausgestattet, in einer
transzendenten Welt thront und von da aus die von ihm geschaffene
Welt unserer Erfahrung beherrscht, lenkt und leitet, ist ein Fabel-
wesen so gut wie die unsterbliche, absolutwertige, gottesebenbild-
liche Seele des Menschen. Zunächst einmal ist uns ebensowenig
wie die dem Menschen zugeschriebene Seelen-Monas dieser Gott
in der Erfahrung gegeben, und er kann uns infolge seiner Trans-