Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 15. Erziehungsfunktionen. lül
Die aufgeworfenen Fragen sind jetzt alle beantwortet, -^die
Frage nach den Beziehungen, in denen die einzelnen Erziehungs-
funktionen zu einander stehen, allerdings nur ganz allgemein:
diese Frage wird jedoch ihre eingehendere Erledigung bei der
Besprechung der Anwendung der Erziehungsfunktionen in der
häuslichen und öffentlichen Erziehung ganz von selbst finden. Die
Zahl der Erziehungsfunktionen mufsten wir auf fünf fest-
setzen, indem als solche in Betracht kommen: Pflege, Übung,
Spiel, Zucht und Unterricht — und zwar in Gemäfsheit der
psycho-physischen Natur des Menschen, welche die Ableitung dieser
fünf Erziehungsfunktionen aus der im weitesten Umfange physio-
logisch fundierten Psychologie bedingt. Wir gewahrten dabei
aber ferner auch bereits durchweg, dafs diese Erziehungs-
Funktionen trotz ihrer Ableitung aus der Individual-
Anthropologie über den Einzel - Organismus in seiner
psycho-physischen Beschränkung hinausragen. Nach dem
aufgestellten Erziehungsziele bezwecken sie die Entfaltung aller
geistig-leiblichen Kräfte des Zöglings zur vollen Höhe gemäfs
seiner psycho-physischen Konstitution behufs erspriefslicher Mit-
wirkung an der Lösung der Aufgaben des Lebens, also behufs
Hingabe an die Gesamtheit und die ihr obliegende Arbeit. Die
Möglichkeit dessen beruht auf dreierlei, indem sie verbürgt wird:
1. durch die Übereinstimmung der psycho-physischen Organisation
der Individuen, also durch die Einheitlichkeit des Gattungs-
charakters im allgemeinen und des Artcharakters im
besonderen; 2. durch die dadurch bedingte Übereinstimmung
des Denkens, Fühlens, Wollens und Handelns, also durch das
Vorhandensein eines Gesamtleistungen bewirkenden
Gesamtgeistes, der Gegenstand einer sozialen Psychologie zu
sein vermag; 3. endlich durch die infolge der Erziehung zu be-
wufster Zielstrebigkeit entwickelte Triebkraft des
Menschen, welche ihn zur Bethätigung in der Gemein-
schaft, als deren Glied er sich fühlt und weifs, drängt.
Dafs dem wirklich so ist, dafür werde ich jetzt sogleich den aus-
führlichen Beweis antreten, doch ist das bereits die Aufgabe,
welche der zweite Teil dieses Buches zu lösen hat.
Das vorliegende Kapitel des ersten Teils abschliefsend, möchte
ich hier jedoch noch darauf hinweisen, dafs durch die Entwicke-
lung der Lehre von den Erziehungsfunktionen, welche ich soeben
gegeben habe, sich die von mir vertretene Pädagogik nicht minder
als durch die vorherige Ableitung und Formulierung des Erziehungs-