Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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X Vorwort.
alle äufsere Realität erst innere, also Bewufstseins-Wirklichkeit werden
mufs, wenn wir von ihr irgendwelche Kenntnis haben sollen, ebenso-
wenig wie daran, dafs die Beschaffenheit der beiden Welten, der Welt
des Bewufstseins und der Bewufstseins-transzendenten Welt, eine sehr
verschiedene ist. Aber das eine wie das andere ist praktisch ganz be-
langlos. Für die Praxis kommt blofs die äufsere Realität in Betracht,
als deren Abglanz oder Spiegelbild die innere, die Bewufstseins-Wirk-
lichkeit angesehen wird. Kurz: für die Praxis brauchbar ist allein der
Standpunkt des naiven, nicht aber der des kritischen Bewufstseins.
Ein kleiner Vorbehalt mufs dabei allerdings gemacht werden, nämlich
in Bezug auf die erwähnte Beschaffenheits-Verschiedenheit der beiden
Arten des Wirklichen, aber nur im stillen; denn andernfalls richtet man
doch blofs ganz zweck- und nutzlose Verwirrung an. Wie es aber zu-
geht, dafs die äufsere Realität Bewufstseins-Wirklichkeit wird, darüber
brauche ich kein Wort zu verlieren; wir wissen es noch nicht; alle
bisherigen Erklärungsversuche sind unzulänglich. Dafs jedoch über-
haupt beide Welten, die äufsere und die innere, die Bewufstseins-
transzendente Welt und die des Bewufstseins, nicht nur, wie der konse-
quente Idealismus annimmt, diese, während jene blofser Schein sei,
wirklich existieren, und dafs ein inniger Zusammenhang zwischen beiden
besteht, das scheint mir namentlich unser Gefühl zu verbürgen, welches
uns vor der andernfalls gegebenen Sinnlosigkeit alles Seins und vor-
zugsweise alles menschlichen Handelns geradezu zurückschaudern läfst.
Es beruht demnach die Existenz der Aufsenwelt, ganz ähnlich wie bei
dem religiösen Menschen die Existenz Gottes, vornehmlich auf, natürlich
der Kontrolle der Vernunft unterliegender Gefühlsgewifsheit.
Auf die vielen, gegen die neue Erziehungslehre, die Sozialpädagogik
gerichteten Angriffe, an denen es wahrlich nicht fehlt, will ich hier
nicht eingehen. Diese Angriffe richten sich zum Teil ganz von selbst,
sofern sie nämlich die Kennzeichen des Schulhochmutes, des Unver-
standes und der persönlichen Gehässigkeit an der Stirn tragen. Zum
Teil sind sie schon oft und schlagend genug widerlegt worden; ich
selbst habe ihre Unzulänglichkeit bereits mehr als einmal nachgewiesen,
u. a. im 5. Hefte des III. und im 10. Heft des IV. Jahrganges der
„Deutschen Schule', so dafs es den Gegnern entschieden zu viel
Ehre anthun hiefse, wollte man sie nicht endlich laufen lassen.
Für die weite Ausdehnung, welche ich dem Begriffe der sozialen
Pädagogik gegeben habe, und welche die Erörterung von über das
eigentliche Gebiet der Erziehung hinausliegenden Problemen zur Folge
gehabt hat, findet der Leser die Rechtfertigung" in den Ausführungen
meines Werkes.