Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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108 I- Teil. Die pädagogisclien Grundbegriffe.
liegt ihm aber zweierlei ob, nämlich darauf hinzuarbeiten,
dafs die Erkenntnis des Zöglings zunehme, wachse, und
ferner, dafs die intellektuellen Kräfte als solche ge-
bildet werden, wobei er sich mit der Übung berührt, dieselbe
ergänzt und zum Teil in seinen Dienst nimmt. In Betracht kommen
bei Lösung dieser seiner Aufgabe die sinnliche Anschauung,
die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und der Vorstellungs-
verlauf, im besonderen in seiner komplizierteren Gestalt, sofern
er als Urteilen, als Denken auftritt. Die Losung des Unter-
richtes mufs also weitestgehende Ausbildung der Intelligenz,
des Verstandes in formaler wie materialer Hinsicht sein.
Man kann auch sagen: der Unterricht hat die Entwickelung
des Selbstbewufstseins zum Zwecke, in welchem der
Zögling sich in seiner Selbstheit, ausgerüstet mit diesen
und jenen Eigenschaften, erfafst und aufserdem der Be-
ziehungen inne wird, die zwischen ihm und seiner Um-
gebung bestehen; indem er mit dem sich entfaltenden
Selbstbewufstsein sich selbst immer besser erkennt, er-
kennt er gleichzeitig seine Abhängigkeit von Welt und
Menschen immer klarer und deutlicher, erschliefst sich
ihm der sinnvolle Zusammenhang des Gefüges der Wirk-
lichkeit immer mehr — Selbstbewufstsein ist somit die
Blüte gleichsam der Intelligenz. — In doppelter Hinsicht
ist bei alledem, ist für die Anwendung der vorliegenden Er-
ziehungsfunktion der Zusammenhang, der zwischen dem Psychischen
und dem Physischen besteht, bedeutsam. Zunächst einmal heischt
die physiologische Bedingtheit des Geisteslebens bezüglich der
Unterrichtserteilung gebieterisch Mafshalten, indem der Physiolog
klar und bestimmt nachweisen kann, dafs und inwiefern unter-
richtliches Übermafs einen schädlichen Einflufs auf die Entwicke-
lung des Geisteslebens ausübt. Jener Zusammenhang bewirkt so-
mit, dafs der Unterricht in einer gewissen Hinsicht den Forde-
rungen gerecht werden mufs, welche die Pflege bezüglich der
geistig-leiblichen Gesundheit des Kindes aufstellt, und zwar, wie
am Beispiele des nach den Ergebnissen der Ermüdungsmessungen
gestalteten Unterrichtes ersichtlich ist, zu seinem eigenen grofsen
Vorteil, im Interesse seines unmittelbaren Erfolges nicht minder
als zum dauernden Nutzen des Kindes und im Interesse seiner
gedeihlichen Weiterentwickelung. Ferner aber gestattet die
Kenntnis der physiologischen Bedingtheit des Geisteslebens, also
die physiologische Psychologie eine weit exaktere methodo-