Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 15. Erziehungsfunktionen. lül
Funktion zu sprechen. Umsomehr, wenn man weiterhin bedenkt,
dafs ja die durch sie bedingten und auf ihr beruhenden genannten
Leistungen, namentlich der richtige Gebrauch der Sinne und der
intellektuellen Vermögen, für die Entwickelung des gesamten
Geisteslebens des Kindes hochbedeutsam und ganz unentbehrlich
sind. Diese und auch die anderen angeführten, durch sie bewirkten
Leistungen, die bei den sonstigen Erziehungsfunktionen nur als
Nebensache und Anhängsel Berücksichtigung finden könnten, was
ihrer Bedeutung und Wichtigkeit durchaus nicht entspricht, nötigen
zur Anerkennung der Übung als besonderer Erziehungsfunktion
meines Erachtens mit zwingender, in der Sache selbst liegender
Gewalt, mag die Übung immerhin, wie es ja thatsächlich der Fall
ist, bei den übrigen Erziehungsfunktionen auch noch als sekun-
däres Mittel in Betracht kommen. Besonders beachtens-
wert ist die Übung bezüglich des formal-gesellschaft-
lichen Verhaltens des Kindes, sofern nämlich dasselbe
dadurch auf das Gemeinschaftsleben und seine Be-
deutung schon sehr frühe hingewiesen wird und sich
zusammennehmen, sich gewissen Regeln und Ordnungen
fügen lernt. — Endlich möchte ich hier noch dem etwa sich
einstellenden Irrtume, als ob Übung mit Gewöhnung identisch sei,
durch den Hinweis darauf begegnen, dafs, wenngleich beide auf
Wiederholung beruhen und somit durch die nämlichen psycho-
physiologischen Erscheinungen bedingt sind, doch der grofse
Unterschied zwischen ihnen besteht, dafs die Übung als Be-
wulstseins-Vorgang auftritt, die Gewöhnung dagegen nicht.
Hatten wir es bei Pflege und Übung, speziell bei jener, mit
dem Gesamtorganismus in jeder Beziehung zu thun, so kommt bei
den übrigen Erziehungsfunktionen mehr nur diese oder jene be-
sondere Seite desselben und zwar namentlich in psychischer Hinsicht
in Betracht. Zweierlei ist dabei auseinanderzuhalten, das intellek-
tuelle und das Trieb- (und Affekt-) Leben. Dieses letztere geht
wieder nach zwei Richtungen hin auseinander, so dafs wir den beiden
besprochenen Erziehungsfunktionen noch drei weitere hinzuzufügen
haben. Auf der Bildsamkeit des intellektuellen Lebens, des In-
tellektes des Zöglings beruht der Unterricht; derselbe tritt teils
als blofs gelegentliche Belehrung über einzelne Erscheinungen
seiner Umgebung, welche den Zögling zu Fragen veranlassen, und
hat dann einen ungezwungenen Unterhaltungston anzunehmen und
festzuhalten, teils als systematische Belehrung, als Unterricht
im engeren und eigentlichen Sinne auf In beiden Beziehungen