Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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102 I- Teil. Die pädagogisclien Grundbegriffe.
nur geschriebene Worte oder beide plötzlich nicht mehr versteht,
weil sein sensorisches Sprachzentrum nicht mehr intakt ist.
Alle diese Daten sind unleugbar dazu angethan, die schon
ausgesprochene Ansicht noch zu bekräftigen, dafs die Päda-
gogik vor allem sich auf die physiologische Psycho-
logie stützen, dafs im besonderen bei der Ableitung der
Erziehungsfunktionen auf die Thatsache des innigen
Zusammenhanges von Körper und Geist Rücksicht ge-
nommen werden müsse.
§ 1«.
Nach allem, was ich ausgeführt habe, kann es nicht über-
raschen, wenn ich als die fundamentale Erziehungs-Funk-
tion die Pflege nenne. Dieselbe erstreckt sich auf das
körperliche wie auf das geistige Wohlergehen des Zög-
lings, indem sie nach diesen beiden Richtungen hin für
einen normalen Ablauf der Entwickelung Sorge trägt.
Sie bezieht sich einerseits also auf den Körper und anderseits auf
den Geifst und zwar dies letztere in einer zwiefachen Hinsicht,
nämlich direkt und indirekt. Unmittelbar hat die Pflege sich mit
dem Geistesleben des Kindes zu beschäftigen und dasselbe zu be-
einflussen, indem sie z. B. für das Zustandekommen eines umfäng-
lichen Erfahrungskreises, die Bildung zahlreicher und deutlicher
Vorstellungen sorgt; indem sie das Kind mit seiner Muttersprache
bekannt und vertraut macht und dadurch in ihm den Grund für
spätere Denkthätigkeit legt; indem sie sich die Entfaltung seiner
Phantasie, aber auch deren Zügelung angelegen sein läfst u. dgl. m.
Mittelbar trägt die Pflege für das Geistesleben des Kindes Sorge
eben dadurch, dals sie sich mit seinem Körper abgiebt. Wir
wissen, in welch engem Zusammenhange das geistige und das
körperliche Sein steht; dafs das erstere nicht nur Beziehungen zu
diesem oder jenem Teile des Leibes, sondern zu dem ganzen Orga-
nismus hat; dals alle Organe für das Geistesleben von gröfser
Bedeutung sind, indem sie den Resonanzboden bezüglich des
Aö'ektlebens bilden. Vor allem wichtig ist die indirekte
Geistespflege mit Rücksicht auf die Sinne des Kindes:
auf deren Entwickelung und Gesunderhaltung mufs sie
ihr ganz besonderes Augenmerk richten; denn es ist
ganz sicher, dafs der Ausfall oder die Störung irgend
eines Sinnes für die gesamte Geistesentwickelung sehr
schwer ins Gewicht fällt, einen Ausfall oder eine Ver-