Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
Bekijk als:      
Scan: Afbeeldinggrootte:
   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Vorige scan Volgende scanScanned page
100 I- Teil. Die pädagogisclien Grundbegriffe.
Bewegungen, wie er auch keinen Schmerz empfindet, wenn er sich
dabei verletzt: die normalen Bedingungen seiner Asthesie sind
nicht vorhanden; der WUtende ist unterästhetisch. Auch der Affekt
des Schrecks manifestiert sich in äufseren, körperlichen Bewegungs-
vorgängen. Es tritt hier eine Schwächung der Innervation der
willkürlichen Muskeln ein; die Folge ist eine Art Lähmung, ein
Zusammenfallen der Körperhaltung, schlaffes Herabhängenlassen
der Arme, starres Öffnen und Blicken des Auges, indem die Schliefs-
muskeln ihren Dien.st versagen, ruckweise Kontraktion der will-
kürlichen Muskeln, was wir als Zusammenfahren bezeichnen u. dgl. ni.
Die Innervation ist eben gerade wie beim Zornigen eine unkoordi-
nierte. Auch die Bewegungen der unwillkürlichen Muskeln stehen
beim Schreck unter dem Einflüsse des Psychischen; die Augen
treten aus ihren Höhlen, die Haare sträuben sich, die Blase ent-
leert sich, wie dies z. B. Rembrandt auf seinem Gemälde ,,Die Ent-
führung des Ganymed" darstellt. Auch die Drüsen des Körpers
werden beim Schreck beeinflufst; es tritt der kalte Angstschweifs
auf, bei stillenden Frauen hört plötzlich die Sekretion der Milch
auf u. a. m. Ich mufs in dieser Verbindung in etwas modifizierter
Form wiederholen, was ich schon vorher sagte, dafs nämlich jeder
Bewufstseins-Zustand sich im ganzen Körper widerspiegelt, so zwar,
dafs er auch ohne weiteres äufserlich wahrnehmbar ist. Der Auf-
merksame zeigt in seiner Gesamt-Körperhaltung, dafs er aufmerksam
ist. Ist der Gegenstand seiner Aufmerksamkeit in ihm, so ist er
versunken in Nachdenken: der Körper füllt zusammen durch das
Aufhören der Spannung in der willkürlichen Muskulatur. Sehr
interessant sind die Versuche, welche Donders auf Anregung
Darwins mit dem Augenspiegel vornahm. Die Augen eines in
tiefes Nachsinnen versunkenen Menschen zeigten eine parallele
Einstellung ihrer Achsen wie beim Sehen in weite Ferne. Ja, die
Augenachsen stellten sich sogar bis 7® divergent, so dals also die
in der Nähe befindlichen Gegenstände nur ganz undeutlich in die
W^ahrnehmung treten konnten. Bei der auf äufsere Gegenstände
gerichteten Aufmerksamkeit macht sich im Gegensatze zu der auf
innere gewandten in der Körperhaltung eine grofse Spannung statt
der Zusammengesunkenheit bemerklich, und die Augenachsen er-
fahren nicht eine parallele oder gar divergente, sondern eine hoch-
gradig konvergente Einstellung, indem der betreffende Gegenstand,
wie man zu sagen pflegt, scharf aufs Korn genommen wird. Auch
zu einem Teil der hier gegebenen Daten ist jedoch wieder ein in
demselben Sinne einschränkender Zusatz wie zu den vorigen zu