Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 15. Erziehungsfunktionen. lül
Gesamt-Körpergewicht nach Bischoff*) auf 1: 36,6 (beim Mann)
und 1 : 35,2 (beim Weibe) stellt. Freilich können wir die geistige
Arbeit des kleinen Kindes nur annähernd schätzen, da uns jegliche
Erinnerung an diese Zeit abgeht; dafs aber diese Arbeit eine sehr
grofse ist, das erhellt aus dem oben erwähnten Umstände. So inuls
das Kind z. B. mühsam lernen, sich in der Fülle von Lichtempfin-
dungen zu orientieren, die auf dasselbe einströmen, so, dafs es ge-
wisse Lichtempfindungen auf gewisse Teile des Raumes bezieht u. a. m.
Wie schwer das ist, das sehen wir deutlich bei Blindgeborenen, die
später infolge einer glücklichen Operation sehend werden: solche
Menschen können durch den Gesichtssinn allein z. B. nicht eine
Kugel von einem Schlüssel unterscheiden. Anderseits dürfen wir
aber auch das nicht übersehen, dafs das Gehirn aufser den rein
geistigen noch mancherlei andere Funktionen im Kindesalter zu
erfüllen hat. — Eine andere Parallele zwischen Körper- und Geistes-
entwickelung ergiebt sich, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf
das Alter des Eintritts der Pubertät richten. Mit den grofsen
physiologischen Änderungen gehen Hand in Hand ebenso grofse
Änderungen in geistiger Beziehung, indem jetzt ganz neue Gefühls-
komplexe auftreten. Auch im Greisen - Alter ist die Parallele
zwischen körperlichen und geistigen Vorgängen deutlich erkennbar,
indem mit dem Erstarren der Gewebe des Körpers auch ein Erstarren
der geistigen Thätigkeit sich geltend macht; das Gedächtnis z. B.
verliert das Interesse für die aktuellen Reize, sodafs der Greis
eigentlich mehr in der Vergangenheit als in der Gegenwart lebt.
— Alsdann weise ich darauf hin, dafs krankhafte Störungen der
Gewebe mit geistigen Krankheitssymptomen zusammengehen. Fieber-
hafte Zustände manifestieren sich auch geistig: die Erinnerung
fängt an geringer zu werden; die Aufmerksamkeit lälst nach; aufser-
dem findet ein Andrängen einer Masse von Vorstellungen statt, ohne
dafs es gelingt, dieselben festzuhalten. Diese Erscheinungen treten
nicht blofs bei akuten, sondern auch bei leichteren, namentlich
nervösen Erkrankungen, im besonderen bei der Neurasthenie ein.
Bei Männern im mittleren Alter ist die Folge angestrengter, mit
sitzender Lebensweise verbundener Arbeit häufig mangelhafte Ver-
dauung, neben der auch geistige Krankheitssymptome einhergehen,
wie z. B. Launenhaftigkeit u. a. m. — Endlich ist es ganz un-
Man vergleiche'. Bischoff, „Das Hirngewicht des Menschen". Ferner
vergleiche man: Vierordt, „Das Massenwachätum der Körperorgane des
Menschen" (im Archiv f. Anat. und Physiol. 1892).
Bergemanu, Soziale Pädagogik. 7