Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 15. Erziehungsfunktionen. lül
nicht in geistige Kraft, ebensowenig demnach diese in bewegende.
Nun besteht aber zwischen dem Physischen und dem Psychischen
ein inniger Zusammenhang ganz zweifellos; das Physische tritt uns
als der Träger des Psychischen entgegen im Hirn und Nerven-
system des Menschen. Daraus erschlofs ich eine gemeinsame
Wurzel, das Unbewufste, das ein Psycho-Physisches sei. Näher
läfst sich dasselbe nicht bestimmen, weshalb ich nicht weiter darauf
eingegangen bin. Nur möchte ich hier noch kurz jene Bestimmung,
die ja eine blofse Grenzbestimmung ist, rechtfertigen. Die gemein-
same Wurzel mufs ein Psycho-Physisches aus folgendem Grunde
sein. Eine Wahrnehmungsvorstellung, welche verschwindet und
später als Erinnerungsvorstellung wiederkommt, mufs während
der Zeit ihres Verschwundenseins wirklich gewesen sein, weil ja
aus etwas nicht nichts und aus nichts nicht etwas werden
kann. Ein psychisch Wirkliches kann sie nicht bleiben; denn
sonst könnte sie nicht aufhören, Bewulstseinsinhalt zu sein. Ein
physisch Wirkliches kann sie auch nicht werden; denn dem wider-
spricht das Gesetz von der Erhaltung der Kraft. Folglich bleibt
nur die dritte Möglichkeit, dals sie, wenn sie überhaupt ein Wirk-
liches auch aulserhalb unseres Bewufstseins sein soll, was unseren
Denkgesetzen gemäfs unbedingt der Fall sein mufs, ein Psycho-
Physisches wird, sobald sie aufhört, Bewufstseinsinhalt zu sein.
Was nunmehr den behaupteten Zusammenbang zwischen dem
Physischen und dem Psychischen betrifft, so kann zunächst ganz
allgemein darauf hingewiesen werden, dafs wir gar keine anderen
als an physische Vorgänge gebundene psychische Erscheinungen
kennen. Beschränken wir uns nur auf die Betrachtung des Menschen,
so finden wir, dafs alle psychischen Prozesse bedingt sind durch
solche im Hirn und Nervensystem. Dabei kommen nicht nur die
eigentlichen Hirnnerven in Betracht, sondern die des Gesamt-
Organismus. Wie die Physiologie der Sinnesorgane hinüberführt
zur Psychologie des Intellekts, so die der inneren Organe zu- der
des Trieb- und Affektlebens, und auf beiden baut sich die des
Willenslebens auf, bei dessen praktischer Bethätigung, die sich in
der Umsetzung des Wollens in Handeln kundgiebt, aufserdem
auch noch der motorische Organismus eine bedeutsame Rolle spielt.
Kurz und gut: alle Nerven, durch Hirn und Rückenmark
zentralisiert, bilden die breite organische Basis des
geistigen Lebens des Menschen. Daraus folgt, dass für die
Pädagogik, überhaupt für jede Wissenschaft, welche sich mit der
Erforschung von Mitteln, um auf den Menschen einzuwirken, be-