Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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94 I- Teil. Die pädagogisclien Grundbegriffe.
der Welt der Sinneswahrnehmung qualitativ verschieden ist. Alle
geistigen Erscheinungen wie Empfindungen, Vorstellungen, Gefühle,
Strebungen sind ja keine Bewegungs-Vorgänge, wenn auch derjenige,
welcher das Hirn eines vorstellenden oder fühlenden oder wollenden
Menschen beobachten könnte, diese Phänomene mit Hilfe ge-
eigneter Apparate als Bewegungs-Vorgänge wahrnehmen würde.
Aber die Empfindungen, Vorstellungen, Gefühle, Strebungen selbst
sind uns immer nur als solche, niemals als Bewegungen gegeben,
was doch der Fall sein müfste, wenn sie Bewegungen wären.
Halten wir uns an das einfachste Phänomen, an die Empfindung:
ist im Klang als solchem uns eine Bewegung gegeben? gewifs
nicht; ist die Empfindung des Blauen oder des Sülsen dem
Empfindenden als Bewegung gegeben? durchaus nicht, sondern
nur als Empfindung. Diesen Aussagen unseres Bewufstseins müssen
wir trauen; wir müssen sagen: in der Erfahrung gegeben sind
uns zwei Welten, eine Welt der Bewegung, das ist die
Bewufstseins-transzendente Welt, und eine Welt des Be-
wufstseins, die eine solche der Nichtbewegung ist. Jene,
bei welcher es sich um die Bewegung kleinster Körperteilchen handelt,
ist zugänglich nur durch Sinnes-, diese blols durch Selbstwahr-
nehmung; die Empfindungen, Vorstellungen, Gefühle, Strebungen
sind niemals Gegenstände der Sinneswahrnehmung. Aber beide
Welten sind als durchaus wirkliche Welten zu betrachten, neben
das Wirkliche der Sinneswahrnehmung tritt gleichberechtigt ein
Wirkliches der Selbstwahrnehmung. Eine Brücke zwischen diesen
beiden qualitativ voneinander verschiedenen Realitäten, zwischen
dem Physischen, dem Produkt des Zusammenwirkens des Stofilichen
und der Bewegungskräfte, und dem Psychischen, dem Produkt des
Zusammenwirkens des Stofflichen, der Bewegungs- und der geistigen
Kräfte, zu schlagen, ist bislang noch nicht gelungen und kann
auch solange nicht gelingen, als das Gesetz von der Erhaltung
der Kraft in der bisherigen Fassung seine Geltung bewahrt. Dieses
Gesetz, als Parallel-Gesetz zu dem von der Erhaltung der Materie
seit etwa 40 — 50 Jahren durch Männer wie Robert Mayer,
Joule, Helmholtz, Colding u. a. in die Wissenschaft eingeführt,
besagt, dafs die Summe der mittelbar und unmittelbar bewegenden,
nämlich der lebendigen und der Spannkräfte stets dieselbe bleibt.
Lebendige Kraft kann übergehen in Spannkraft und umgekehrt;
aber weder diese noch jene vermag sich in irgend etwas anderes
zu verwandeln — kurz: keine Kraft der Bewegung kann sich in
etwas anderes als wieder in bewegende Kraft umsetzen, also auch