Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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92 I- Teil. Die pädagogisclien Grundbegriffe.
wegen für erforderlich, sondern auch um der Erfahrungen willen,
zu welchen diese Erlernung die Pforten öffnete. Der noch un-
entwickelten Intelligenz der europäischen Völker waren die Alten
die Lehrmeister, von denen man die beste Auskunft über alles er-
halten konnte, über menschliche Dinge nicht nur, sondern des-
gleichen über das Naturleben. Das hat sich gänzlich geändert;
uns sind die Alten gar nicht mehr die Alten, nämlich die alt-
ehrwürdigen Lehrmeister, sondern uns sind sie die Jungen, und
wir halten uns ihnen gegenüber als die Alten, die Erfahrenen.
Die alten Sprachen und Litteraturen haben somit für uns der
Hauptsache nach nur noch ein historisches und philologisches
Interesse; ihr Studium ist daher für uns von sekundärer Bedeutung,
nebensächlich: sie treten demgemäfs ganz selbstverständlich im
Unterricht immer mehr und mehr zurück, und ihre unterrichtliche
Behandlung hat sich zudem sehr stark modifiziert.
So kann jedenfalls die Unmöglichkeit einer allge-
meingiltigen Pädagogik bezüglich der konkreten Er-
ziehungszwecke sowohl als auch der Anwendung und
Gestaltung der Erziehungsmittel in räumlicher wie zeit-
licher Hinsicht als feststehend betrachtet werden aus
biologischen und historischen Gründen, infolge der
Thatsachen der Erfahrung.
Erziehungsfimktioneii.
§ 15-
Unter den Erziehungsfunktionen sind die Mittel zu verstehen,
welche den Erzieher in den Stand setzen, das aus dem Zöglinge
zu machen, was ihm das Erziehungsziel vorschreibt, soweit dies in
Ansehung der natürlichen Anlagen des Kindes und der Einflüsse
des Milieus auf deren Entwickelung möglich ist, weshalb bisher
auch von den Erziehungsfunktionen als von den allgemeinen Er-
ziehungsmitteln die Rede war. Der Zögling soll, wie wir wissen,
dahin geführt werden, dafs er seine Kräfte zur Lösung der Auf-
gaben des Lebens, im besonderen des Kulturlebens verwende; so-
mit sind dieselben entsprechend auszubilden. Wollen wir erfahren,
wie dies zu geschehen habe, so müssen wir die dem Menschen
zur Verfügung stehenden Kräfte genau erforschen und zusehen,
wie sich dieselben im Verlaufe der natürlichen Entwickelung ent-
falten, und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um diese