Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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§ 14. Unmögliclikeit einer allgemeingiltigen Pädagogik. 87
Wie mein Erziehungsziel auf alle Seiten der mensch-
lichen Natur, nicht blofs auf die eine oder die andere,
Rücksicht nimmt und dennoch nicht in den Fehler nebel-
und schemenhafter Unbestimmtheit verfällt; wie es
ferner der Thatsache der Variabilität der Vollkommen-
heits- und Bildungsideale in räumlicher und zeitlicher
Hinsicht gerecht wird, so bringt es auch den Umstand
klar und deutlich zur Geltung, dafs des Menschen Be-
stimmung Kraftentfaltung, Thätigsein und zwar im Ge-
meinschaftsleben ist.
Jedoch die tiefere Begründung der Variabilität des Erziehungs-
zweckes ist nicht vom historischen Standpunkte, sondern erst
vom biologischen aus möglich; und aufserdem läfst sich hier auch
die Frage endgiltig entscheiden, ob die Erziehungsmittel variabel
oder konstant sind. Sie sind variabel, wennschon aus dem früher
angeführten Grunde in viel geringerem Grade und weit weniger
auffällig, als dies bei den Erziehungszwecken der Fall ist. Der
Grund für die Variabilität in räumlicher Hinsicht ist zu suchen
in den früher schon als nie ganz beseitigbar nachgewiesenen Ver-
schiedenheiten der Volkscharaktere, welche durch die
Verschiedenheiten der natürlichen Lebensbedingungen
gegeben sind. Bei ursprünglicher Stammesverwandtschaft, Ähn-
lichkeit der Lebensbedingungen und regem wechselseitigen Verkehr
erfahren, wie wir gesehen haben, diese Verschiedenheiten naturge-
mäfs mehr oder weniger starke und weitreichende Einschränkungen,
was sich in unserem Falle in mehr oder weniger grofser Ähnlichkeit
oder gar in Gleichheit der Erziehungsmittel äufsert. Dabei ist je-
doch zu bemerken, dafs dies nicht von den Erziehungsmitteln, welche
ich als Erziehungsfunktionen bezeichne, also von den allgemeinen
obersten Erziehungsmitteln an und für sich gilt, sondern vielmehr
nur von der Art ihrer Anwendung und Gestaltung im ganzen
und im einzelnen, der Methoden und der Verfahrungsweisen und
der Wahl der besonderen und sekundären Mittel, wie z. B. der
Unterrichtsgegenstände u. a. m. Darauf kommt es bei dem
Problem an, darum handelt es sich, nicht um jene Erziehungs-
funktionen selbst; diese sind ja blofs formale Hauptkategorien,
formale Allgemein-Bestimmungen, entsprechend der formalen
Struktur der psycho-physischen Wesenheit der Menschen. Ganz
dasselbe gilt bezüglich der Variabilität der Erziehungsmittel in
zeitlicher Hinsicht. Die durch natürliche und geschichtliche Fak-
toren bedingten Veränderungen im psycho - physischen Organis-