Boekgegevens
Titel: Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
Auteur: Bergemann, Paul
Uitgave: Gera: Theodor Hofmann, 1900
Auteursrechten: Zie auteursrechten
Citeerinstructie: Bijzondere Collecties van de Universiteit van Amsterdam, UBM: IWO 670 J 10
URL: http://schoolmuseum.uba.uva.nl/bookid/LCSM_200003
Onderwerp: Pedagogiek: sociale pedagogiek
Trefwoord: Sociale pedagogiek, Handboeken (vorm)
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   Soziale Pädagogik auf erfahrungswissenschaftlicher Grundlage, und mit Hilfe der induktiven Methode, als universalistische oder Kultur-Pädagogik
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Vorwort.
Seitdem es eine Erziehungslehre giebt, welche im Ernste diesen
Namen verdient und als selbständiger Zweig der Wissenschaft Geltung
zu beanspruchen berechtigt ist, also seit den Zeiten des A m o s
Comenius, hat in ihr stets, in Übereinstimmung mit der gesamten
Geistesrichtung der Zeit, die blofs individuale Betrachtung der Er-
ziehung geherrscht. Nun kann nicht in Abrede gestellt werden, dals
dieselbe ihren begrenzten Wert hat; aber ebensowenig ist daran zu
zweifeln, dafs sie eine Abstraktion ist, welche schliefslich überwunden
werden mufs. Da diese Erkenntnis, wiederum im Einklang mit der
Zeitströmung, mit der gänzlich veränderten Auffassung der Dinge und
Verhältnisse, der Stellung des Menschen und seiner Beziehungen, heut-
zutage allgemein zu werden beginnt, sehen wir allmählich die individuale
einer ganz anders gearteten Betrachtung der Erziehung den Platz
einräumen, nämlich der sozialen, welche sich auf die Wahrheit des
Satzes stützt: „Der Mensch wird zum Menschen allein durch
menschliche Gemeinschaft."
Dafs dieser Satz ein durchaus wahrer ist, erkennt man ohne weiteres,
■wenn man sich einmal vergegenwärtigt, was aus einem Kinde würde,
das aufser allem Einflüsse menschlicher Gemeinschaft aufwüchse. Es
ist ganz sicher, dafs es dann zum Tiere herabsinken, dafs jedenfalls
die eigentümlich menschliche Anlage sich nur sehr unvollkommen und
höchst dürftig, keinesfalls über die Stufe einer ausgebildeten Sinnlich-
keit entwickeln würde. Man denke an die, allerdings ziemlich unklar
und mysteriös gebliebene Geschichte Kaspar Hausers. Erinnert sei auch
an den Sohn des Ziegenpropheten, dessen Lebensgeschichte Hamann in
der „Königsberger Zeitung' vom 10. Februar 1764 (Schriften ed. Roth
Bd. 3) mitgeteilt und über den Kant einige Gedanken geäufsert hat
unter dem Titel „Über den Abenteurer Jan Pawlikowicz Zdomozyrskichi
Komarnicki' (Werke ed. Hartenstein Bd. 2). Eigentümliche Geschichten
von durch Tiere geraubten kleinen Kindern, die unter den Tierräubern
aufwuchsen und vollständig vertierten, erzählen u. a. Gamerarius,